18.07.2021

Neu in der Marbacher Reihe ›Spuren‹: Hölderlin in Lauffen a. N.

Von seinem »lieben Geburtsort« spricht Hölderlin in dem Gedicht ›Stutgard, zweite Fassung‹ und referiert damit liebevoll auf die Hölderlinstadt Lauffen am Neckar. Wer noch genauer wissen will, wie es um den Geburtsort des Dichters bestellt ist, wird auf die bislang ungeklärte Frage nach dem Geburtshaus Hölderlins stoßen. War es das Amtshaus, dessen Niederreißung 1918/19 eine Welle der Empörung auslöste? Oder doch das Privathaus der Familie? Letzteres befindet sich, in gut erhaltenem Zustand, in der Nordheimer Straße 5 in Lauffen. Das wurde erst 1970 durch einen Archivfund wieder entdeckt – ein Steuereintrag von Hölderlins Großvater, dem damaligen Klosterhofverwalter Jakob Friedrich Hölderlin, aus dem Jahre 1751 führte zu der Spur. Hölderlin lebte hier von September 1772 bis zu der Wiederverheiratung seiner verwitweten Mutter im Herbst 1774. Dann zog es die junge Familie neckaraufwärts, nach Nürtingen. In Lauffen wurde das Haus neben anderem Grundbesitz verkauft. Die weitere Geschichte des Gebäudes ist präzise dokumentiert; 2015 konnte das Haus von der Stadt Lauffen erworben werden. Erstaunlich viele historische Elemente sind erhalten: der Zuschnitt der Räume, die Treppe, eine Stuckdecke und selbst die damalige Wandfarbe konnten bauhistorisch gesichert werden. Seit 2020 ist das denkmalgerecht sanierte Haus eröffnet; die in die Wohnräume eingebettete Ausstellung lässt ein facettenreiches Persönlichkeitsbild des Dichters entstehen.

zum Hölderlinhaus