Film & Funk

Friedrich Hölderlin – DICHTER SEIN. UNBEDINGT!

25.03.2020, 22:00 Uhr
Arte

Szene aus DICHTER SEIN: UNBEDINGT! © Rolf Lambert

Szene aus DICHTER SEIN: UNBEDINGT! © Rolf Lambert

Zur Sendung (mit Ausschnitt)

Am 11. September 1806 wird der Dichter Friedrich Hölderlin gewaltsam von seinem damaligen Wohnort Bad Homburg abtranspor­tiert, nach Tübingen gebracht und in der psychiatrischen Abteilung einer Klinik interniert. 231 Tage wird er dort verbringen, nach damali­gen, drastischen Methoden therapiert und schließlich als unheilbarer Fall der Familie eines Tübinger Schreiners zur Pflege übergeben. 36 Jahre lebt der Dichter in einem Turmzimmer des Hauses, bis zu seinem Lebensende. Die Umstände seiner gewaltsamen Inhaftierung geben der Nachwelt bis heute Fragen auf. Was sind die biografischen, was die politischen Umstände, unter denen er gelebt hat? Wofür hat er gekämpft? Was hat er riskiert? Ist es denkbar, dass Hölderlin gar nicht verrückt war, dass er seine Krankheit nur spielte, um politi­scher Verfolgung zu entkommen?

Anlässlich des 250. Geburtstags von Friedrich Hölderlin erzählt ›DICHTER SEIN. UNBEDINGT!‹ die Geschichte einer künstlerischen Radikalisierung. Der Film betrachtet den Lebensweg des schwäbischen Dichters bis hin zu seiner Radikalisierung als politisch denkender Mensch und sprachlicher Erneuerer, der an die äußerste Grenze von Literatur vordringt. Heute zählt Hölderlin zu den bekanntesten Poeten weltweit. Hinterlassen hat er ein bahnbrechendes Werk.

In der Dokumentation versetzt sich der Schau­spieler Thorsten Hierse in die Rolle des Dichters, dessen Lebensstationen und künstlerische Entwicklung Literaten wie Durs Grünbein, Daniela Danz und Kurt Oesterle kommentieren. Die Musik komponierte der Isländer Produzent President Bongo; die Zeichnungen stammen vom Animationskünstler Ali Soozandeh. Nam­hafte Archive stellten Originaldokumente zur Verfügung, mit deren Hilfe die Biografie Hölderlins in einer Art Laborsituation fast wie eine kriminalistische Ermittlung aufgerollt wird.

© 2020 Along Mekong Productions in Ko-Produktion mit SWR, in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert mit Mitteln der Medien-und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, MFG.Buch und Regie: Hedwig Schmutte und Rolf Lambert; Sprecherin: Anna Thalbach; Redaktion: Ulrike Becker